Papenburg: Unter dem Motto „ES REICHT! ENOUGH!“ finden Ende Februar und Anfang März zahlreiche Aktionen rund um den Equal Pay Day und den Internationalen Frauentag statt. Bundesweit und international machen Initiativen damit auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam und rufen zu Protesten, Veranstaltungen und kreativen Aktionsformen auf.
Im Zentrum steht der globale Frauen*Generalstreik am 9. März, zu dem unter anderem Bewegungen wie das #töchter.kollektiv sowie die Initiative ENOUGH! GENUG! mobilisieren. Ziel ist es, strukturelle Benachteiligungen von Frauen sichtbar zu machen – insbesondere in den Bereichen Lohnungleichheit, Sorgearbeit, Altersarmut und Gewaltschutz.
Da das Streikrecht in Deutschland eng an Tarifverhandlungen gebunden ist und rein politische Streiks als rechtswidrig gelten, setzen viele Aktionsgruppen hierzulande auf alternative Protestformen. Dazu zählen Demonstrationen, künstlerische Aktionen, stille Proteste sowie das bewusste Unterbrechen unbezahlter Care-Arbeit, um deren gesellschaftliche Bedeutung sichtbar zu machen. Ideell knüpfen die Aktionen an den historischen Frauenstreik in Island 1975 an, der als Meilenstein der Gleichstellung gilt.
„Gleichstellung ist kein abgeschlossener Prozess, sondern muss immer wieder aktiv verteidigt werden“, betont Melanie Schröder, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Papenburg. „Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Verrohung und wachsender sozialer Ungleichheiten ist es wichtig, gemeinsam aufzustehen und Rückschritte nicht hinzunehmen.“
Breite Unterstützung aus Zivilgesellschaft und Verbänden
Unterstützt wird der Frauen*Generalstreik von zahlreichen Organisationen, darunter BPW Germany, das Bundesforum Männer, der Deutsche Akademikerinnenbund, die Landesfrauenräte der Bundesländer, One Billion Rising, PINKSTINKS, Soroptimist International, terre des femmes sowie UN Women Deutschland e. V. Auch die Gewerkschaft ver.di greift das Thema prominent auf und widmet dem Streik eine Titelseite in ihrer aktuellen Mitgliederzeitschrift.
Zu den zentralen Forderungen der Initiativen zählen unter anderem die Aufwertung von Sorgeberufen, die faire Verteilung unbezahlter Sorgearbeit, existenzsichernde Löhne, verlässliche Arbeitszeitmodelle, die Schließung der Rentenlücke, der Ausbau von Schutzräumen sowie die vollständige Umsetzung der Istanbul-Konvention.
Aktionen in Papenburg und Umgebung
Auch in Papenburg und der Region Emsland/Leer beteiligen sich zahlreiche Akteure mit einem vielfältigen Programm:
- Equal Pay Day ab dem 27. Februar 2026:
Unter dem Motto Equal Pay Every Day macht das Aktionsbündnis Equal Pay Day Emsland auf die weiterhin große Lohnlücke aufmerksam. Während der Gender Pay Gap bundesweit auf 16 Prozent gesunken ist, liegt er im Emsland weiterhin bei 24,5 Prozent. Geplant sind eine Social-Media-Kampagne, Bildungsangebote an Schulen sowie Aktionen in Kooperation mit dem SV Meppen. - Mädchendisco am 6. März:
Eine kostenlose Mädchendisco für Mädchen* zwischen 12 und 15 Jahren, organisiert vom Arbeitskreis Mädchen der Städte Leer und Papenburg sowie des Landkreises Leer. - Kulturelle Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag:
Das Theaterstück „Mama ohne Plan“ (06. März) sowie das Konzert „Women’s Voices – Ingrid Arthur“ (07. März) im Theater auf der Werft in Papenburg setzen kulturelle Akzente. - Gesundheitstag für Frauen am 7. März:
Der 22. Gesundheitstag für Frauen an der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte Emsland bietet sieben Workshops zu Themen wie Achtsamkeit, Bewegung, Kreativität und Gesundheit. - Frauen*Generalstreik am 9. März:
Ab 16 Uhr organisiert das Planungsteam Leer Ostfriesland des #töchter.kollektivs eine Kundgebung auf dem Denkmalplatz in Leer mit anschließendem Demonstrationszug zum Zollhaus Leer. Dort sind weitere Aktionen wie ein Poetry Slam und künstlerische Beiträge geplant.
„Wir laden alle Interessierten ein, sich zu beteiligen, Veranstaltungen zu besuchen und die Aktionen weiterzutragen“, so Melanie Schröder. „Jetzt ist die Zeit, sichtbar zu werden und Gleichstellung nicht als Selbstverständlichkeit hinzunehmen.“
(PM)
(Symbolbild)
(24.02.26)