Meppen: Welche Möglichkeiten bestehen für Unternehmen in Gewerbe- und Industriegebieten vermehrt regenerative Energien zu nutzen? Dies ist die zentrale Frage des internationalen EU-geförderten Projekts „Green renewable industrial transition hotspots“ (GRITH). An dem Vorhaben beteiligt sich neben weiteren sieben Städten bzw. Regionen aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Dänemark und Schweden auch der Landkreis Emsland mit drei Modellgebieten in der Gemeinde Rhede (Ems), der Stadt Meppen und der Gemeinde Spelle. Rund 20 Akteure trafen sich nun zu einem dreitägigen Partnertreffen in der Stadt Lingen (Ems).
Mit dem Ziel der Dekarbonisierung, also der Umstellung von Industrie und Unternehmen auf eine CO2-arme bzw. CO2-freie Arbeits- und Produktionsweise, werden im Projekt GRITH für die untersuchten Gebiete individuelle Lösungsansätze für Wärme und Strom entwickelt. Zuvor wurden die vorliegenden Energiebedarfe erfasst.
„Der laufende Erfahrungsaustausch mit den europäischen Partnern erweist sich dabei als sehr zielführend im Hinblick auf Chancen und Möglichkeiten, macht aber auch die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern deutlich. Herausforderungen sind bei allen Partnern vor allem der rechtlich mögliche Handlungsspielraum sowie die Wirtschaftlichkeit der Lösungsansätze“, erklärt Holger Spelsberg, Leiter des Projekts GRITH beim Landkreis Emsland.
Neben den direkten Projektgesprächen standen auch Unternehmensbesuche bei der Krone Group im Projektgebiet Spelle sowie bei RWE mit einem Austausch zur Wasserstoffstrategie am Standort Lingen (Ems) an. Zudem fand am letzten Tag ein gemeinsamer Workshop mit Studierenden des Masterstudiums Energiemanagement am Campus Lingen statt. „Für die Studierenden war dies das erste Mal, dass sie ihre Arbeit auf Englisch einem internationalen Fachpublikum präsentieren und anschließend in Arbeitsgruppen ausführlich diskutieren konnten“, erläutert die betreuende Prof. Dr. Anne Schierenbeck.
Das Projekt GRITH wird von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Interreg North Sea gefördert. Projektbeteiligte sind Pôlénergie (Frankreich), die Stadt Mechelen (Belgien), die Provinz Drenthe und die Gemeinde Emmen (Niederlande), der Landkreis Emsland und die Wirtschaftsförderung Wesermarsch (Deutschland) sowie die Städte Vejle (Dänemark) und Borås (Schweden).
(PM)
Foto: Landkreis Emsland
(05.05.26)