Meppen: Schicksale klären und Vermisste suchen: Das war über Jahrzehnte die zentrale Aufgabe des Arolsen Archives. Die Arolsen Archives in Bad Arolsen in Hessen sind das internationale Zentrum über NS-Verfolgung mit dem weltweit umfassendsten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Rund 30 Millionen Originaldokumente belegen die Schicksale von über 17 Millionen Menschen. Sie zeugen von Verfolgung, Flucht, Inhaftierung und Vernichtung, aber auch von Überleben, Fürsorge und Neuanfang. Mit der Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts übertragen Hunderttausende Freiwillige weltweit Namen und biografische Informationen aus diesen historischen Dokumenten in eine Online-Datenbank. Alle Eingaben werden mehrfach geprüft, bevor die Informationen in das Online-Archiv übernommen werden.
Die Volkshochschule Meppen engagiert sich als erste Volkshochschule in Deutschland für das Projekt. In ausgewählten Kursen arbeiten Teilnehmende ab sofort bis zum 09. November 2026 aktiv an dem Projekt mit. Unter anderem in den Schulabschlusskursen des Zentrums für Jugendberufshilfe, in Integrations- sowie Erstorientierungskursen arbeiten Teilnehmende aktiv an der Datenerfassung mit. Eingebettet wird die Initiative zum Beispiel in die Module „Orientierungskurs“ sowie „Werte und Zusammenleben“, sodass die historische Auseinandersetzung unmittelbar mit dem Kursinhalt verknüpft ist. Darüber hinaus dürfen auch alle Mitarbeitenden der VHS Meppen bis zu zehn Prozent ihrer Arbeitszeit für das Projekt nutzen.
Am Donnerstag, den 10. September war Sonja Pösel, Projektleiterin der Initiative #everynamecounts, zu Gast bei der VHS Meppen. Sie erläuterte den Teilnehmenden den Ablauf des Projektes und vermittelte Hintergrundwissen zur Arbeit mit den historischen Dokumenten.
„Wir freuen uns, dass wir als erste Volkshochschule Teil dieser wichtigen Aktion sind und gemeinsam helfen, die Namen und Schicksale der Opfer des Nationalsozialismus sichtbar zu halten“, sagt Radka Lemmen, Direktorin der VHS Meppen.
Die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist eine zentrale Voraussetzung, um Faschismus und Nationalsozialismus in Zukunft zu verhindern. Gemeinsam entsteht so ein digitales Denkmal, das die Namen und Identitäten der Opfer bewahrt und auch für kommende Generationen sichtbar macht.
Weitere Informationen zu dem Projekt und der Mitmachaktion finden Interessierte unter https://arolsen-archives.org/mitmachen/everynamecounts/
(Foto: Hanna Wichmann)
(PM)
(23.09.26)