Meppen: Einen weiteren wichtigen Schritt hat der Landkreis Emsland bei der Digitalisierung vollzogen: Das Gesundheitsamt ist nun an die Telematikinfrastruktur (TI) angebunden und damit Teil des sicheren digitalen Netzes des deutschen Gesundheitswesens.
Die Telematikinfrastruktur bildet die Grundlage für die digitale Vernetzung im Gesundheitswesen. Sie ermöglicht einen schnellen, sicheren und geschützten Informationsaustausch. Seit Ende 2022 können Einrichtungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) die Anwendungen der TI nutzen. Gesundheitsämter nehmen dabei eine wichtige Rolle ein: Bei ihren vielfältigen Aufgaben, etwa im Infektionsschutz, bei Hygieneaufgaben, Untersuchungen und Begutachtungen, stehen sie regelmäßig im Austausch mit zahlreichen Akteuren des Gesundheitswesens.
„Die Anbindung ist nicht nur ein technisches Projekt, sondern eine wichtige Grundlage für die weitere Digitalisierung der Arbeit im Fachbereich Gesundheit. Ziel ist es am Ende, digitale Prozesse auszubauen, Medienbrüche zu reduzieren und neue Möglichkeiten für eine sichere digitale Kommunikation sowohl mit den zahlreichen Partnern im Gesundheitswesen als auch mit den Bürgerinnen und Bürgern zu nutzen“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf.
Sicher kommunizieren mit KIM
Als erste Anwendung der Telematikinfrastruktur nutzt der Fachbereich Gesundheit „Kommunikation im Medizinwesen“, kurz KIM. KIM lässt sich vereinfacht mit einem besonders geschützten E-Mail-Dienst für das Gesundheitswesen vergleichen. Über KIM können vertrauliche medizinische Informationen und Dokumente sicher zwischen eindeutig identifizierten Akteuren ausgetauscht werden. Für das Gesundheitsamt ermöglicht dies einen schnelleren und einfacheren Informationsaustausch und eröffnet vielfältige Einsatzmöglichkeiten.
Emsland bei TI-Anbindung früh dabei
Nach Angaben der Nationalen Agentur für Digitale Medizin „gematik“, die die Gesamtverantwortung für die TI trägt, verfügten Anfang September bundesweit 54 von 376 Gesundheitsämtern über mindestens eine KIM-Adresse. In Niedersachsen waren es fünf von 44 Gesundheitsämtern. „Damit gehört der Landkreis Emsland zu den ersten Anwendern von KIM im Öffentlichen Gesundheitsdienst, und Kim ist dabei nur der erste Schritt“, sagt Burgdorf.
Weitere digitale Anwendungen im Blick
Die Telematikinfrastruktur bietet weitere Anwendungsmöglichkeiten für den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Dazu zählen beispielsweise die elektronische Patientenakte (ePA), das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) und perspektivisch der TI-Messenger für eine sichere Kommunikation in Echtzeit. Welche Anwendungen und konkreten Einsatzmöglichkeiten für den Fachbereich Gesundheit des Landkreises Emsland einen Mehrwert bieten, wird nunmehr schrittweise geprüft.
(PM)
(08.10.26)