Spelle: Schwere Aufgabe für den SC Spelle-Venhaus: Der emsländische Fußball-Oberligist tritt am Sonntag um 14.30 Uhr beim wieder erstarkten Vizemeister 1. FC Germania Egestorf-Langreder an.
Der Gastgeber aus zwei Orten vom Sitz des Niedersächsischen Fußballverbands in Barsinghausen verpasste in der vergangenen Saison in der Aufstiegsrunde gegen den Eimsbütteler TV, den SV Todesfelde und den Blumenthaler SV die Rückkehr in die Regionalliga. Die favorisierten Niedersachsen sammelten gegen die Vertreter aus Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein keinen einzigen Punkt. Die Enttäuschung war groß.
In der Sommerpause wechselten drei Spieler der Germanen zum Vorjahresaufsteiger Hannoverscher SC in die Regionalliga: Nick Bode, Jonas Lübke und Finn Hoffmann. Zudem hat Routinier Joshua Siegert seine Laufbahn beendet. Wichtige Spieler haben das Team von Trainer Boris Besovic verlassen. Doch vier Neuzugänge gehören aktuell zum Stammpersonal: Torwart Emil Strauch (Eintracht Braunschweig II) hat noch keine Spielminute verpasst. In allen acht Oberliga-Partien standen auch Hasan Ozdemir (TSV Havelse), Luka Klimek (JFV Calenberger Land) und Georg Tidow (U19 VfB Oldenburg) auf dem Platz. Keiner von ihnen ist älter als 22 Jahre. Der mit drei Treffern gefährlichste Torschütze Daniel ist erst 20 Jahre.
Egestorf-Langreder startete schwer in die neue Saison: Nach dem Pokalerfolg beim Bezirksligisten SV Reislingen/Neuhaus folgten in der Oberliga sechs sieglose Partien. Die Germanen rutschten auf den letzten Tabellenplatz. Mit dem 3:1 gegen den SV Meppen II gelang der erste Dreier. Der zweite folgte sofort danach mit 4:0 bei TuS Bersenbrück. Eine Woche später verloren sie im Niedersachsenpokal gegen Bersenbrück erst nach Elfmeterschießen 9:10. Nach 90 Minuten hieß es 3:3.
Der SCSV ist also gewarnt. „Germania Egestorf-Langreder ist wieder voll drin. Die Mannschaft hat Qualität. Wir erwarten einen sehr starken Gegner“, sagt Trainer Henry Hupe, der ohnehin darauf verweist, dass in der Oberliga jeder jeden schlagen kann. Die leidvolle Erfahrung machte sein Team beim „Kellerkind“ SV Meppen II vor gerade erst zwei Wochen. Doch im Niedersachsenpokal folgte ein starker 4:1-Erfolg gegen den Lüneburger SK Hansa mit hohem Einsatz und fein herausgespielten Toren. Die Mannschaft begeisterte die Fans und gab die richtige Antwort auf die vorherige Pleite.
Im Stadion an der Ammerke geht es aus Sicht von Hupe darum, „wieder maximal zu performen, auch gerade im Bereich Intensität angeht. Wir fahren nach Egestorf, um drei Punkte mitzunehmen.“ Die Eindrücke waren schon nach der ersten Speller Trainingseinheit am Dienstag positiv.
Hupe muss weiter auf die Offensivkräfte Steffen Schepers und Steffen Wranik sowie Abwehrspieler Joe Klöpper verzichten, der wegen muskulärer Probleme zumindest an diesem Wochenende nicht dabei ist. Bei Matteo Echelmeyer, der sich bei der U23 verletzt hat, müsse man von Tag zu Tag schauen. Abwarten wollte der Trainer auch noch mit der Entscheidung, was Luca Tersteeg an diesem Wochenende macht. Am vergangenen Spieltag lief er nach langer Verletzungspause bei der U23 auf.
Als Stellvertreter von Klöpper lief gegen Lüneburg Moritz Pauli auf. „Momo“ schoss das wichtige 2:1 und erledigte seine Aufgaben ordentlich. Er bekannte allerdings auch freimütig, dass er am Ausgleich nicht ganz unbeteiligt war. „Er weiß, dass er vieles gut gemacht hat, aber er weiß auch, wenn er in der ein oder anderen Situation vielleicht etwas nicht gut macht“, stellte Hupe fest. Pauli könne damit umgehen. „Er kann nicht nur Freistöße schießen, sondern er ist sehr fußballintelligent.“
(Foto: Uli Mentrup)
(PM)
(09.10.26)