Meppen. Die Anfänge des „Freundeskreis-der-Ukrainefahrer-Lingen“ liegen im Jahr 1992,als erste Hilfstransporte aus Lingen (Ems) in Richtung Ukraine aufbrachen. Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine 2022 erhielt die Hilfe durch den Freundeskreiseine neue Bedeutung. Unter der Leitung von Hinrikus Ude sind in den vergangenen Jahren mehrere Tonnen Hilfsgüter auf den Weg gebracht worden.
Für seinen vorbildlichen Einsatzhat ihm der ukrainische Oblast Tscherniwzi eine Ehrenmedaille zugesprochen. Landrat Marc-André Burgdorf (Landkreis Emsland) und Landrat Uwe Fietzek (Landkreis GrafschaftBentheim) überreichten die Auszeichnung, da der Vertreter der Oblast nicht persönlich anwesend sein kann.„Wir können uns sicher sein, dass dies Hilfe ist, die unbürokratisch ist und ankommt. Die Ukrainefahrer und allen voran Hinrikus Ude sind in der Oblast Tscherniwzi gut vernetzt und wissen, was dort gebraucht wird.
Hinrikus Ude und sein Team der Ukrainefahrer sind hier eine humanitäre Verpflichtung eingegangen, für die sie viel Zeit, unermüdliches Engagement und persönlichen Einsatz aufbringen“, sagen Burgdorf und Fietzek. Dafür danken die beiden Landräte ausdrücklich.„Leider ist der Krieg in der Ukraine noch immer nicht beendet und Hilfe ist dringender denn jenötig. Wir werden weiterhin versuchen, zielgerichtete Spenden zu bekommen, um den Menschen in der Ukraine zu helfen. Ich freue mich sehr über die Auszeichnung unserer ukrainischen Freunde und nehme sie stellvertretend für alle Akteure im Freundeskreis entgegen, denn ohne das gemeinsame Anpacken und an einem Strang ziehen wäre diese Aufgabe nicht zubewältigen“, sagt Ude.
Schulmöbel, Lebensmittel, Verbandsmaterial, Rollstühle, Fahrräder, Baumaterial, Fahrzeuge – die Liste der humanitären Hilfsgüter, die die Ukrainefahrer bereits in das osteuropäische Landtransportiert haben, ist lang. Von 1992 bis 2021 sind 36 Transporte durchgeführt worden. Von 2022 bis heute haben nach Angaben des Vereins insgesamt 780 Tonnen Hilfsgüter im Wert von 3,53 Mio. Euro in 62 Transporten die Menschen in der Ukraine erreicht.
Seien vor dem Krieg ein bis zwei Hilfstransporte im Jahr Richtung Ukraine aufgebrochen, handelt es sich heute jährlich um bis zu 16 Transporte, berichtet Ude. Allein 2026 sind bereits elf Fahrten durchgeführt worden.Und die regelmäßigen Konvois dauern auf ungewisse Zeit an. Mehrere Hilfstransporte in die Region Tscherniwzi wurden mit Mitteln des kommunalen Ukraine-Hilfsfonds unterstützt, den die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim gemeinsam mit den kreisangehörigen Kommunen 2022 aufgelegt haben. Von 2023 bis 2026 hat der Freundeskreis 82.000 Euro aus dem Ukraine-Hilfsfonds erhalten.
Für eine weitere Fahrt, die Mitte September geplant ist, soll der Initiative ein Zuschuss von 3500 Euro zukommen, der vor allem für die Transport- und Logistikkosten verwendet wird. Geladen sind Schulmöbel, die zwei Schulen im Oblast Tscherniwzi dringend benötigen. In der Vergangenheit sind Materialien und Hilfsgüter wie u. a. Feuerwehrfahrzeuge, ein Krankentransportwagen und eine Feldküche aus dem Hilfsfondsfinanziert worden. Der Transport von Hilfsgütern in die Ukraine gestaltet sich in des schwierig. Für das Land besteht eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.
Wegen des anhaltenden Krieges, der Kampfhandlungen und der täglichen Luftangriffe mit Drohnen und Raketen wird von Reisen in das Land dringend abgeraten. Da sei es nahezu unmöglich, deutsche Spediteure zu finden, die die Hilfsgüter ins Landesinnere bringen, sagt Ude. „Wir haben einen ukrainischen Spediteur an der Hand. Der fährt mit Europaletten aus der Ukraine nach Deutschland ein und belädt dann seinen Truck mit unseren Hilfsgütern, um damit in seine Heimat zurückzufahren. Sonst wäre die ganze Hilfe organisatorisch gar nicht zu leisten“, erläutert er. Der ukrainische Oblast Tscherniwzi unterhält enge Beziehungen zum polnischen Kreis Lidzbark-Warminski, zu dem der Landkreis Emsland wiederum eine langjährige Partnerschaft pflegt. Der Oblast Tscherniwzi mit seiner gleichnamigen Kreisstadt liegt im Südwesten der Ukraine undgrenzt an die Nachbarländer Rumänien und Moldawien an.
(PM)
(Foto: Landkreis Emsland)
(14.08.26)