Herzlake: Voller Hoffnungen und Erwartungen ist der 32-jährige Südafrikaner Marcus Jansen jetzt ins Emsland gekommen. Er wagt dank der Unterstützung der Wachstumsregion Ems-Achse den großen Schritt in eine neue Zukunft in Herzlake.
Gemeinsam mit neun weiteren jungen gut ausgebildeten südafrikanischen industriellen Fachkräften ist er aus der Hitze von Kapstadt mit 42 Grad über Addis Ababa nach Frankfurt geflogen und von dort weiter mit dem Kleinbus nach Lingen gefahren.
Für die meisten Teilnehmer war es ihr erster Flug in ihrem Leben überhaupt. Dabei stellte sich bei der Kofferabgabe schnell heraus, dass einige viel zu viel Gepäck mitnehmen wollten. Zudem flossen beim Abschied von den Partnern und Familien noch zahlreiche Tränen. Unerwarteten Besuch und Trost gab es vom Grünen-Landtagsabgeordneten Nicolas Mülbrecht-Breer aus Haselünne. Er verbrachte in Südafrika seine Flitterwochen mit seiner Frau. Er freute sich über den großen Erfolg des Projektes „Moving North“ der Ems-Achse. Der Landtagsabgeordnete lud die neuen Fachkräfte zu einem Besuch in den Niedersächsischen Landtag in Hannover ein.
In der ersten Woche in Deutschland lernen die Teilnehmer im Ludwig-Windthorst-Haus in Deutschland alles Wichtige über Land und Leute in ihrer neuen Heimat kennen. Danach geht es zu ihren neuen Arbeitgebern. Per Mobiltelefon berichtet Marcus nach der Ankunft seiner 31-jährigen Ehefrau von seinen ersten Eindrücken: „Es ist hier sehr schön, aber auch kalt.“ Im Interview verrät er, dass sein größter Wunsch ist, dass seine geliebte Ehefrau zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls ins Emsland kommt und hier einen Job findet.
Gemeinsam mit Palesa Magazi und Zikhona Baleni wird er in Zukunft bei der Silver Robotics GmbH in Herzlake arbeiten. Während die beiden jungen Frauen als Elektrikerinnen zum Einsatz kommen, wird Marcus Jansen ebenfalls in der Produktion das Team unterstützen. „Ich bin Monteur und Dreher“, sagt er auf Deutsch.
Dabei hat der neue Arbeitgeber bereits im Vorfeld viele Vorbereitungen getroffen, damit die drei sich in Herzlake schnell einleben. Personalreferentin Ivonne Gohlicke sagt, dass die Drei gemeinsam in einem möblierten Haus leben werden. Die Entfernungen seien überwiegend gut zu Fuß zu bewältigen. Für weitere Fahrten stehen schon Fahrräder parat. Auch die anderen Firmen kümmern sich gerade zu Beginn gemeinsam mit dem Welcome-Center 2.0, kofinanziert von der Europäischen Union, der Wachstumsregion, um ihre neuen Kollegen.
Die zehn Südafrikaner werden in Zukunft in vier Unternehmen der Region eingesetzt. Außer der Silver Robotics GmbH sind dies die Wurst Stahlbau GmbH in Bersenbrück (Landkreis Osnabrück), die Hero-Glas Veredelungs GmbH aus Dersum (Samtgemeinde Dörpen) sowie die ELA Container GmbH in Haren.
Die beiden Firmen aus Dersum und Bersenbrück beschäftigen bereits Südafrikaner und haben damit „sehr gute Erfahrungen“ gemacht. Für die Hero-Group bietet das Projekt der Wachstumsregion laut ihrer Personalleiterin Veronika Ross „langfristige Perspektiven beim Rekrutieren von guten Fachkräften”.
Wie Projektleiterin Maria Schischkin von der Wachstumsregion Ems-Achse sagt, startete im Oktober 2024 vor Ort in Südafrika auf Initiative der Wachstumsregion der erste Sprachkursus. 2025 kamen die ersten elf Fachkräfte in der Region an.
Bevor die oftmals als Metaller gut ausgebildeten Südafrikaner in Deutschland einen kompletten Neuanfang wagen konnten, müssen sie jeweils für mehrere Monate die Schulbank drücken und die deutsche Sprache erlernen. Der Unterricht findet abends und samstags statt, 20 Stunden pro Woche. Möglich gemacht hat das Ganze das Moving North-Ems-Achse Expats-Projekt der Wachstumsregion Ems-Achse mit finanzieller Unterstützung der Firmen. Begleitend zum Sprachkurs führt das Moving North Projekt in Unterstützung mit dem Goethe Institut Südafrika, im Rahmen des „mein Weg nach Deutschland“-Programms, einen Integrationskurs sowie Prüfungsvorbereitung durch. In Südafrika selbst werden die Teilnehmer bereits im Vorfeld von Cristine Wekenborg betreut. Die gebürtige Lingenerin lebt bereits seit vielen Jahren in Kapstadt und arbeitet für die Wachstumsregion Ems-Achse.
Sie führt gemeinsam mit Maria Schischkin zudem die Südafrika-Reisen durch. In Kapstadt können sich interessierte Unternehmensvertreter so selbst einen Eindruck machen und ihre zukünftigen Mitarbeiter im persönlichen Gespräch kennenlernen.
„Weitere Firmen, die u.a. Metaller, Anlagenbauer, Elektroniker oder Fachkräfte für die Sanitär- und Klimatechnik suchen, können sich gerne an dem Projekt beteiligen“, sagt Maria Schischkin. Informationen unter Tel.: 04961 94099831; E-Mail: schischkin@emsachse.de
(PM)
Foto: Wachstumsregion Ems-Achse
(01.04.26)