Emsbüren: Mit einer gut besuchten Abschlussveranstaltung im Rathaus Emsbüren ist das Projekt „Nachhaltiges Wassermengenmanagement in den Einzugsgebieten Ahlder und Engdener Bach“ nach rund zweieinhalb Jahren erfolgreicher Arbeit zu Ende gegangen. Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Verbänden und Behörden zogen eine positive Bilanz und betonten die Bedeutung gemeinsamer Lösungen angesichts zunehmender klimatischer Herausforderungen.
Der Vechteverband hatte im Jahr 2023 einen Antrag zur Förderrichtlinie „Klimafolgenanpassung Wasserwirtschaft“ des Landes bei der NBank gestellt und dankenswerterweise einen Förderbescheid erhalten. Projektpartner sind der TAV Bad Bentheim, Schüttorf, Salzbergen, Emsbüren sowie die beiden Wasser- und Bodenverbände Ahlder Bach und Engdener Bach.
Zum Auftakt erinnerte Stefan Westhuis vom Vechteverband an den Projektbeginn vor über zwei Jahren, als man noch unter dem Eindruck des extremen Winterhochwassers stand. Verbandsvorsteher Friedrich Ellermann verwies auf das andere Extrem, den Dürresommer 2018 – ein Weckruf für die Wasserwirtschaft – und stellte aktuelle Herausforderungen wie steigende Wasserbedarfe, Hochwasserschutz und nachhaltige Rückhaltung in den Fokus.
In ihren Grußworten machten Bürgermeister Markus Silies und Landrat Marc-André Burgdorf deutlich, dass der Klimawandel auch auf kommunaler Ebene längst ein zentrales Handlungsfeld ist. Wasserverfügbarkeit und Wasserrückhalt seien entscheidende Zukunftsfragen – für Gemeinden, Landwirtschaft, Industrie und Trinkwasserversorgung gleichermaßen. Auch Dorothea Altenhofen (NLWKN) unterstrich die Bedeutung resilienter Gewässersysteme und lobte das Projekt als gelungenes Beispiel für eine zielführende Landesförderung.
In den Fachvorträgen wurde die Dringlichkeit eines vorausschauenden, integrativen Wassermengenmanagements deutlich. Godehard Hennies, Hauptgeschäftsführer des Wasserverbandstages, forderte entschlossenes Handeln und sprach sich für größere Handlungsspielräume bei Maßnahmen zum Wasserrückhalt im übergeordneten öffentlichen Interesse aus. Roberto da Costa Goncalves, Leiter des Fachbereiches Umwelt beim Landkreis Grafschaft Bentheim, zeigte anhand regionaler Daten die stark gestiegenen Wasserentnahmen und machte klar: Nicht die Menge des Niederschlags, sondern der Umgang mit dem Wasser entscheidet über die Zukunftsfähigkeit der Region.
Die Ergebnisse des Projekts präsentierten Dr. Stephan Hannappel (HYDOR Consult GmbH) und Katja Eulitz (DHI). Zentrale Erkenntnis: Aufgrund der geologischen Gegebenheiten mit stark durchlässigen Sandböden liegt der größte Hebel im Gewässermanagement. Modellgestützte Analysen zeigen, dass insbesondere steuerbare Stauanlagen in Kombination mit weiteren Maßnahmen wie Sohlanhebungen deutlich positive Effekte auf die Grundwasserstände im Frühjahr und Sommer erzielen können – also dann, wenn das Wasser für die Pflanzen am nötigsten gebraucht wird.
Im Bereich größerer landwirtschaftlicher Flächen in Ahlde und Engden wird es spürbare Verbesserungen geben. Die 53 an unterschiedlichen Standorten entwickelten Maßnahmen werden gezielt dort geplant, wo realistische Wirkungen zu erwarten sind – vor allem im Umfeld der Gewässerläufe.
In der anschließenden Diskussion wurde intensiv über Akzeptanz, Zuständigkeiten und Zielkonflikte zwischen Wasserrückhalt und ökologischer Durchgängigkeit im Rahmen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie gesprochen. Deutlich wurde dabei: Der Erfolg der Umsetzung hängt maßgeblich von Kooperation, Kommunikation und Vertrauen zwischen den Akteuren ab. Vertreter der Landwirtschaft betonten das hohe Interesse an Wasserrückhalt und die Bereitschaft zur Mitwirkung.
Zum Abschluss würdigte Projektverantwortlicher Stefan Westhuis das außergewöhnliche Engagement aller Beteiligten. Das Projekt knüpfe an frühere regionale Entwicklungen des Emslandplanes an, setze nun aber einen neuen Schwerpunkt: ein sektorübergreifendes, nachhaltiges Wassermengenmanagement als Voraussetzung für eine klimaresiliente Zukunft der Region. Einen großen Dank sprach er an das Land Niedersachsen, den Landkreis Emsland sowie an den TAV und die beiden Wasser- und Bodenverbände Ahlder Bach und Engdener Bach für die anteilige Übernahme der Finanzierung des Projektes aus.
(PM)
Foto: Vechteverband
(27.02.26)