Landkreis Emsland: Erstmals seit 2019 hat das Berlin-Institut gemeinsam mit der Wüstenrot Stiftungalle 400 Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands neu vermessen. Das deutschlandweite Ranking und die Bevölkerungsprognose bis 2045 zeigen: die Bevölkerung schrumpft nach einem „demografischem Zwischenhoch“ – so die Studie – wieder. Für den Landkreis Emsland gilt dies nicht, er wächst. Nach der Studie „Die demografische Lage der Nation“ zählt das Emsland zu den Regionen, die sich als zukunftsfähig erweisen. Der Landkreis Emsland erreicht im BI-Index Zukunftsfähigkeit als zentralem Bewertungsinstrument der Studie eine Gesamtnote von 3,1.
Damit liegt er deutlich besser als der bundesweite Median von 3,49. In der Gesamtbewertung nimmt das Emsland den Rang 94 von insgesamt 400 Landkreisen und kreisfreien Städten sowie 16 Bundesländern ein und positioniert sich damit im oberen Viertel des Rankings. Die Ergebnisse bestätigen die hohen Zukunftschancen des Landkreises Emsland, die anhand verschiedener Faktoren wie der demographischen Entwicklung, der wirtschaftlichen Situation, der Bildungsangebote und der sozialen Rahmenbedingungen in der Studie bewertet werden.
Diese Faktoren stellen die Bedingungen dar, die darüber entscheiden, ob Menschen kommen, bleiben oder gehen, heißt es in der Studie. Die Studie führt den Landkreis Emsland ausdrücklich als demographisch erfolgreiche Region auf. Kriterien für den Erfolg sind die Wanderungsbewegung, Altersstruktur, Geburten und die Bevölkerungsprognose. Die Wanderungsbilanz ist insofern wichtig, als in fast allen Regionen mehr Menschen sterben, als geboren werden. Die Zuwanderung kann den natürlichen Bevölkerungsrückgang abmildern. Das Emsland verfügt im Betrachtungszeitraum 2024 bis 2045 über eine prognostizierte Bevölkerungsentwicklung von plus 3,2 Prozent (Rang 65). Zum Vergleich: Deutschland liegt bei insgesamt minus 2,2 Prozent; Niedersachsen bei minus 2,5 Prozent.„Mit dieser ausgesprochen günstigen Bevölkerungsprognose zählt das Emsland zu dem Drittel der Landkreise bundesweit, in denen die Einwohnerzahl voraussichtlich stabil bleibt oder sogar weiter wächst. Das Emsland gehört damit zu den Regionen, die sich gegen den bundesweiten Trend entwickeln“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf.
Von der Studie als eine der „erfolgreichen ländlichen Regionen im Westen“ Niedersachsens beschrieben, ist das Emsland nicht nur demografisch, sondern zugleich auch eine „wirtschaftlicherfolgreiche“ Region. Die gute Ausgangslage sei aber kein Grund zur Selbstzufriedenheit, stellt die Studie fest. „Das Emsland ist trotz seiner positiven Entwicklung vom Strukturwandel, derAlterung und dem zunehmenden Wettbewerb um Arbeitskräfte betroffen. Entscheidend sinddeshalb Innovation, Qualifizierung und die Fähigkeit, die wirtschaftlichen Stärkenweiterzuentwickeln“, nennt der Landrat ein Fazit der Studie.
Die Alterung stellt sich im Emsland wie folgt dar: Die Bevölkerung im Erwerbsalter zwischen 20 und 67 Jahren dürfte nach Berechnungen der Studienmacher bis 2045 um etwa 2,8 Prozent(Rang 112) zurückgehen. Gleichzeitig steigt die Zahl der über 67-Jährigen voraussichtlich um etwa 38,3 Prozent (Rang 13). Die Studie hält zudem fest, dass das Emsland den aktuellen Treibern des Strukturwandels vergleichsweise stark ausgesetzt ist. Dazu gehören insbesondere Handelsabhängigkeit, Automatisierung, Dekarbonisierung und die Entwicklung der Erwerbsbevölkerung. Wie gut eine Region damit umgeht, hängt von ihrer Resilienz und Innovationsfähigkeit ab, so die Studie. Aber:„Das Emsland startet aus einer guten Position in den Strukturwandel – es muss seine Potentiale nur richtig einsetzen. “, so Landrat Burgdorf abschließend.
Die Studie:
Die Studie des Berlin-Instituts ist nach den weiteren Ausgaben mit dem Titel „Die demografische Lage der Nation“ 2006, 2011 und 2019 nun die fünfte in der Reihe. Die Einschätzung der Zukunftsfähigkeit der deutschen Regionen basiert auf einem breiten Spektrum von Indikatoren. 26 Indikatoren aus Demografie, Wirtschaft, Bildung und sozialen Bedingungen fließen in das Ranking zur Zukunftsfähigkeit ein. Jeder Kreis erhält Noten und einen Platz im bundesweiten Vergleich. Die in der Pressemitteilung angegebenen Ränge ermöglichen somit eine bundesweite Vergleichbarkeit. Hinzu kommt eine neue Bevölkerungsprognose bis 2045. Beides zusammenergibt eine neue demografische Landkarte Deutschlands.
(Symbolbild)
(PM)
(14.10.26)