Lingen: Vom 2. bis 4. März transportiert Amprion die letzten vier Transformatoren zur Konverterbaustelle im Industriepark Lingen. Die Schwertransporte von der Ems zur Baustelle finden tagsüber statt. Die Niederdarmer Straße wird für den Transport zwischen der Konverterbaustelle und der Benteler Steel/Tube GmbH gesperrt.
Der Konverter ist ein wichtiger Bestandteil der Offshore-Netzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin4. Die 215 beziehungsweise 280 Kilometer langen Gleichstromverbindungen verbinden Offshore-Windparks mit dem Stromnetz an Land. Dadurch können bis zu 1,8 Gigawatt regenerativer Energie in der neuen Amprion-Umspannanlage Hilgenberg eingespeist werden. Das entspricht dem Strombedarf einer Großstadt wie Hamburg.
Die Transformatoren werden am nahegelegenen Ems-Anleger der Benteler Steel/Tube GmbH auf einen Schwertransporter umgeladen. Sie sind jeweils circa 10 Meter lang, über 4,7 Meter hoch und knapp 4 Meter breit. Ihr Transportgewicht von 240 Tonnen verteilt sich auf ein selbstfahrendes Modulfahrzeug, bestehend aus einem Powermodul sowie vier 6- beziehungsweise 4-achsigen Transportmodulen.
Diesen Weg nehmen die Transformatoren
Nach der Verladung auf den Schwertransporter geht es über die Niederdarmer Straße Richtung Norden. Nach etwa 1,2 Kilometern erreicht der Schwertransport die Einfahrt zur Konverterbaustelle. Die Niederdarmer Straße wird während der Transporte tagsüber kurzfristig gesperrt.
Insgesamt wird die Konverterstation mit acht Einphasen-Transformatoren ausgestattet. Die Transporte der ersten vier Transformatoren wurden Anfang Februar bereits erfolgreich durchgeführt.
Funktion der Transformatoren
Transformatoren übernehmen in der zukünftigen Konverterstation eine wichtige Aufgabe: Sie verbinden die leistungselektronischen Umrichter der Anlage mit dem Wechselstromanschluss und passen die Ausgangsspannung der Umrichter auf die erforderliche Netzspannung an.
Die Offshore-Netzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin4
Die weitestgehend parallel verlaufenden Offshore-Netzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin4 gehören zu den wichtigen Energiewende-Projekten in Deutschland. Sie sollen 2028 in Betrieb gehen.
Von den Nordsee-Windparks aus verlaufen die Kabel zunächst 60 beziehungsweise 125 Kilometer auf See. Sie unterqueren die Insel Norderney und erreichen im Bereich Hilgenriedersiel die Küste. Von dort aus verlaufen sie noch rund 155 Kilometer als Erdkabel in Richtung der Umspannanlage Hanekenfähr in Lingen (Ems), wo Amprion sie an sein Übertragungsnetz anschließen wird.
Dort ging im April 2023 das Kernkraftwerk Emsland vom Netz. DolWin4 und BorWin4 stellen sicher, dass die entfallene Erzeugungskapazität durch 1,8 Gigawatt Offshore-Windenergie ersetzt wird.
(PM)
Foto: Amprion GmbH
(27.02.26)