Spelle: Ein seltenes Highlight zwischen den Oberliga-Punktspielen für den SC Spelle-Venhaus: Am Dienstag um 19 Uhr bestreitet der Zweitligaaufsteiger VfL Osnabrück einen Test im Getränke Hoffmann Stadion. „Wir freuen uns darauf“, erklären SCSV-Trainer Henry Hupe und Abwehrspieler Jost Krone, der fast ein Jahrzehnt für die Lila-Weißen aufgelaufen ist. Gut möglich, dass der zuletzt verpflichtete Daniel Kofi Kyereh in Spelle seine Premiere im Gäste-Dress gibt.
Krone hat von der U11 bis zur U19 in der Jugend des VfL gespielt. Highlight des Innenverteidigers, der 2024 zum SCSV gekommen ist, war der Aufstieg in die A-Junioren-Bundesliga.Der 21-Jährige, der in Osnabrück Wirtschaftsinformatik studiert, ist noch immer Anhänger des VfL: „Ich bin dort häufiger im Stadion. Es ist immer voll, da ist immer gute Stimmung.“ Zu seiner Speller Fahrgemeinschaft gehört neben Niklas Oswald Torwart Bernd Lichtenstein, der ebenfalls eine VfL-Vergangenheit hat.
Krone hat mit drei Fußballern aus dem aktuellen Zweitligakader zusammengespielt: Ismail Badjie, Bernd Rießelmann und Luca Böggemann. Rießelmann hat er am Freitagabend noch beim Speller Punktspiel in Lohne getroffen. Mit Badjie stand er lange in einem Team. Gegen den wendigen Fußballer sei es im Eins-gegen-eins immer schwer gewesen. „Auf dem Flügel ist er ein überragender Spieler.“ Das habe Badjie in der vergangenen Drittliga-Saison gezeigt. In der Defensive der Osnabrücker imponiert ihm Innenverteidiger Jannik Müller. Für Krone ist es generell etwas Besonderes gegen einen Zweitligisten zu testen, und dann auch noch „gegen einen Verein, bei dem man so lange in der Jugend gespielt hat. Das ist ein schönes Gefühl.“
„Gegen Osnabrück zu spielen, hat immer seinen Reiz“, stimmt Hupe zu, der schon einige Male Zuschauer an der Bremer Brücke war. Er kennt den aus Meppen gekommenen VfL-Neuzugang Jonathan Wensing aus seiner Zeit als Co-Trainer von Tobias Harink beim Nachwuchs von Preußen Münster. Wensing fehlt wegen einer Verletzung. Für Hupe ist der Test gegen Osnabrück eine Chance für die Fußballer, die zuletzt nicht so viel Einsatzzeit hatten, zu spielen. „Das werden wir aufteilen“, kündigt der Coach an, dessen Kader auch in der Breite gut aufgestellt ist. Er fordert die bestmögliche Leistung und das bestmögliche Resultat. Die Partie sei die Chance, „uns auf einem sehr hohen Niveau weiterzuentwickeln“. Die Spieler beider Mannschaften hätten die Möglichkeit, sich zu zeigen und auch als Mannschaft den nächsten Step zu gehen.
Bei den Lila-Weißen will sich Kyereh beweisen. Nach dreijähriger Fußballpause – nach dem Spiel im Frühjahr 2023 bei Borussia Dortmund lief er zuletzt sieben Mal für die Freiburger U23 auf – hofft der Mittelfeldspieler auf ein Comeback in der 2. Liga. Sein zweiter Kreuzbandriss hat ihn zurückgeworfen. Der 30-Jährige, der für Ghana bei der Weltmeisterschaft in Katar gespielt hat, kommt vom SC Freiburg, für den er schon in der Europa League aufgelaufen ist. 2022 betrug sein Marktwert laut transfermarkt.de acht Millionen Euro, heute liegt er bei 100.000 Euro.
Osnabrücks Trainer Timo Schultz kennt Kyereh aus der gemeinsamen Zeit beim FC St. Pauli. Der im Sommer als souveräner Drittliga-Meister aufgestiegene VfL ist mit zwei Niederlagen in die 2. Bundesliga gestartet. Dem 3:4-Auftakt beim Bundesligaabsteiger Heidenheim folgte eine 1:3-Niederlage gegen Magdeburg.
Auf das Duell Spelle gegen Osnabrück ist auch Wolfgang Schütte gespannt. Schütte, der zum Leitungsteam der SCSV-Fußballer gehört, war rund 14 Jahre als Spieler und Co-Trainer beim Gast aktiv, davon zehn an der Seite von Joe Enochs, der bei den Lila-Weißen inzwischen als Direktor Fußball im Einsatz ist. Mit Christof Rekers, einem Förderer des SCSV, hat ein weiterer Speller eine Osnabrücker Vergangenheit. Der Torwart hat in der Jugend- und im Seniorenbereich zehn Jahre für den VfL gespielt. Dort ist aus dem aktuellen Kader neben Jost Krone und Bernd Lichtenstein noch Adrian Lenz ausgebildet worden.
Die Eintrittspreise: Für Erwachsene 8 Euro, für Dauerkarten-Inhaber, Rentner, Schüler, Studenten und Menschen mit Behinderung 5 Euro. Jugendliche bis einschließlich 14 Jahre haben freien Eintritt.
(PM)
Foto: Uli Mentrup
(17.08.26)