Haren (Ems): Mit seinen großformatigen Porträts von Holocaust-Überlebenden gibt Luigi Toscano den letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ein Gesicht und bewahrt ihre Geschichten für kommende Generationen.
Das Gymnasium Haren (Ems) zeigt von Freitag, 15. August, bis Freitag, 5. September, auf seinem Schulhof die international beachtete Ausstellung „Gegen das Vergessen“ des deutsch-italienischen Fotografen, Filmemachers und Initiators der Ausstellung. Seine Ausstellung ist ein eindringlicher Appell gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Ausgrenzung.
„Die Fachgruppe Geschichte des Gymnasiums Haren hat die Ausstellung an die Schule geholt, um Erinnerungskultur erfahrbar zu machen und die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit über den Unterricht hinaus in die Öffentlichkeit zu tragen“, berichten Katrin Kleesiek-Herding und Schulleiterin Dunja Gerdes, die das Projekt an der Schule betreuen.
Bestärkt von den Begegnungen und Gesprächen mit dem Holocaust-Überlebenden Albrecht Weinberg, der in diesem Mai in Leer verstarb, haben Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte diese Ausstellung umgesetzt. Ihr Anliegen, mit der Ausstellung die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten und ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit zu setzen, ist dabei eng mit dem Anliegen Weinbergs verknüpft, die Erinnerung lebendig zu halten und insbesondere junge Menschen für die Folgen von Ausgrenzung und Hass zu sensibilisieren.
Die Ausstellung spiegelt damit seinen Appell „Macht den Mund auf, wenn Unrecht geschieht!“ konkret wider. Weinberg ist einer der Zeitzeugen, der von Toscano für die Ausstellung porträtiert wurde.
Mit der öffentlichen Präsentation auf dem Schulgelände lädt das Gymnasium Haren (Ems) ausdrücklich auch Bürgerinnen und Bürger der Stadt Haren und der Region Emsland zum Besuch der Ausstellung ein.
„Die Begegnung mit den Porträts und Lebensgeschichten eröffnet einen persönlichen Zugang zur Geschichte und regt dazu an, Verantwortung für Demokratie, Menschenwürde und ein respektvolles Miteinander zu übernehmen“, sagt Dezernent Martin Gerenkamp vom Schulträger Landkreis Emsland.
Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei und steht allen Interessierten offen. Während der Unterrichtszeit ist die Ausstellung nur nach vorheriger Anmeldung im Schulsekretariat zu besichtigen.
Eine Projektgruppe am Gymnasium ist aktuell dabei, QR-Codes mit hinterlegten Informationen zu den Porträtierten zu erstellen, die beim Gang durch die Ausstellung abgerufen werden können.
(Foto: Gymnasium Haren (Ems))
(PM)
(06.08.26)