Kinderfreundliche Kommune beteiligt Kinder und Jugendliche
Haren (Ems). Im Schuljahr 2025/2026 haben sich 220 Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen an den beiden Oberschulen und dem Kreisgymnasium mit Themen aus ihrem persönlichen Umfeld beschäftigt. Kurz vor den Sommerferien kam der „8er-Rat“ zu einer Vollversammlung zusammen und stimmte über jede der erarbeiteten Forderungen ab. Diese wurden Vertretern aus Rat und Verwaltung vorgestellt und Bürgermeister Markus Honnigfort zur weiteren Beratung in den politischen Gremien übergeben.
Das Beteiligungsformat ist Teil des Aktionsplans „Kinderfreundliche Kommune“ und wurde jetzt erstmals in Haren (Ems) durchgeführt. Während verschiedene Ansätze zur politischen Bildung von Kindern und Jugendlichen bereits deutschlandweit erprobt werden, ist der 8er-Rat in Haren (Ems) bislang niedersachsenweit einzigartig. Verteilt über das ganze Schuljahr wurden den Jugendlichen die Zuständigkeiten und die Arbeitsweise einer kommunalen Verwaltung nähergebracht. In kleineren Arbeitsgruppen debattierten sie über Verbesserungen im Lebensumfeld der jungen Generation, um am Ende demokratisch mit Mehrheit darüber abzustimmen.
Folgende zwölf Forderungen liegen nun dem Stadtrat zur Beratung vor:
- Der geplante Bolzplatz am Emspark-Stadion soll um einen umzäunten Soccerplatz erweitert werden.
- Zusätzliche (teilweise überdachte) Sitz- und Liegemöglichkeiten im Stadtkern und an der Ems.
- Mehr Mülleimer und Sitzmöglichkeiten in Emmeln am Buchenwald.
- Wöchentlich zweistündige Badezeiten im Harske Badehuus ausschließlich für Mädchen und Frauen.
- Die Einführung eines Tagestickets für Kinder/Jugendliche für 6,00 Euro und für Erwachsene für 8,00 Euro sowie von 10er-Tagestickets für 54,00 Euro bzw. 72,00 Euro.
- Ein Sportangebot auf der Außenfläche in Form eines Sandspielfeldes, das sowohl als Beach-Fußballfeld mit kleinen Toren wie auch als Volleyballfeld nutzbar ist.
- Weiterführung von Fahrten mit Kindern und Jugendlichen zu Trampolinhallen (z. B. „Sprungfrei“ in Lathen).
- Die Stadt Haren (Ems) bietet Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien einen ermäßigten Eintritt für solche Freizeitfahrten an.
- Aufstellen eines Snackautomaten im Außenbereich des neuen Dorfgemeinschaftshauses Rütenbrock.
- Durchführung der notwendigen Renovierungsarbeiten auf den Toiletten, vor allem an der Martinus-Oberschule, sowie in den Umkleiden der Großsporthalle; insbesondere sollen defekte Schlösser ausgetauscht und Löcher in den Trennwänden repariert werden.
- Beteiligung der Schülerschaft bei der Auswahl neuer Tische und Stühle für die Klassenräume.
- Ein Fördertopf in Höhe von 7.500,00 Euro für eine freizeitorientierte Jugendreise für 14- bis 16-Jährige (40 Personen) nach Italien, um damit einen Teil der Kosten zu übernehmen.
Der 8er-Rat wird im kommenden Schuljahr mit diesen oder anderen Themen fortgesetzt. Parallel dazu erhalten die dann neunten Klassen Rückmeldungen darüber, was aus ihren Beschlüssen geworden ist. Das letzte Wort dazu hat der Stadtrat noch in seiner ablaufenden Wahlperiode im Oktober.
(06.07.26)