Lingen: 46 Jahre nach der bis dahin erfolgreichsten Saison in der Vereinsgeschichte des TuS Lingen haben sich die Fußball-Legenden des Clubs an ihrer ehemaligen Wirkungsstätte wiedergetroffen. Sie nahmen in der Saison 1979/80 als Vizemeister der Verbandsliga ander Aufstiegsrunde zur Oberliga teil – und verpassten den Sprung in die damals dritthöchste Liga nur knapp.13 Fußballer und Spielertrainer Klaus Iwanzik trafen sich zunächst im Emslandstadion und besuchten noch die Essmann-Stiftung.
„Ich habe einige seit mehr als 40 Jahren nichtgesehen“, meinte „Alo“ Weusthof. „Ich habe alle wiedererkannt“, sagte Bernd Miesbauer.Iwanzik, Weusthof, Miesbauer, Heinrich Krämer, Heinrich Heine, Ernst Middendorp, Gerd Esders, Ulli Schendzielarz, Rüdiger Scholz, Karl-Heinz Dankert, Gregor Menger, Klaus Harlacher, Michael Feye und Klaus-Dieter Jacob tauschten viele Erinnerungen aus. Mitdabei waren zudem Ex-Spieler Werner Hüsken, der ehemalige Trainer Wolfgang Schütte,Physiotherapeut Gerd Cardinal, Sponsor Werner Mensing und Sportjournalist Uli Mentrup.
Begrüßt wurden sie im Emslandstadion vom 1. Vorsitzenden des TuS Lingen, Thomas Davenport, Dennis Meiners und Peter Altmeppen.Davenport dankte den Vereins-Legenden für die Rückkehr zum TuS. „Es beweist, dass dieKameradschaft, die damals auf und neben dem Platz entstanden ist, bis heute hält. Ihrseid die wahren Botschafter unseres Vereins.“ Er bezeichnete Gregor Menger, der für dieOrganisation des Treffens viel Lob erhielt, „als zentrale Figur in der Geschichte des TuS Lingen“, die den Verein über Jahrzehnte geprägt habe – als Torwart, als Vorstand und alsPräsident.Gut in Erinnerung geblieben ist auch Miesbauer die Kameradschaft: „Wir haben viel Spaßund Erfolg gehabt.“ Der Torwart feierte mit dem TuS mehrere Meisterschaften, absolvierte über 250 Pflichtspiele für Lingen, wo er die Nummer eins im Tor wurde, bis ihn Menger inder Saison 1977/78 ablöste. Miesbauer kam 1971 vom SV Meppen.
„Das habe ich niebereut.“Im Gespräch erinnerten Heinrich Krämer, der neun Jahre für den TuS aktiv war und späterwieder für seinen Heimatverein Union Lohne spielte, sowie Ernst Middendorp, der von1975 (als Jugendlicher) bis 1981 den TuS auflief, an die erfolgreiche Saison: DieEmsländer starteten nicht so gut. „Aber wir sind schnell wieder in die Spur gekommen“,sagte Krämer, der beim Endspurt den wichtigen 2:1-Siegtreffer beim Konkurrenten Celleschoss. „Wir waren Kameraden, keine zusammengewürfelte Truppe.
Wir hatten eine klare Struktur in der Mannschaft und waren uns ziemlich einig. Es war sich keiner zu schade,sich mal auf die Bank zu setzen.“Middendorp, der Arminia Bielefeld von der Regionalliga bis in die Bundesliga führte undeine internationale Trainerkarriere vorweist, lebt in Südafrika. Er nutzte die Reise insEmsland auch zum „global Networking“. Das TuS-Team habe als Vizemeister „eine gute Qualität gehabt“, in der Abwehr nicht viel zugelassen, mit Heinrich Heine über einen guten Achter verfügt und vorn hätten die Fußballer das Eins-gegen-eins gut aufgelöst.
„Das hatuns gut getan.“ Genau wie der ruhige und gelassene, aber „immer sehr gut strukturierte Trainer Klaus Iwanzik“ mit seiner Aura als Bundesliga-Spieler.In der Verbandsliga belegte Lingen, das in dieser Saison kein Heimspiel verlor und im Emslandstadion im Schnitt vor 600 Zuschauern auflief, mit 42:18 Punkten hinter dem Lüneburger SK (49:11) den zweiten Platz vor dem TuS Celle (36:24). In der Aufstiegsrunde hatten die Emsländer trotz der 2:4-Niederlage in Eutin nach 2:0-Führung durch Karl-Heinz Dankert und Dieter Alfers bis zur letzten Partie daheim gegen den Hummelsbütteler SV vor 2500 Zuschauern die Chance aufzusteigen. Doch das 1:0 durch Klaus-Dieter Jacob reichte nicht. Am Ende hieß es 1:4. Hummelsbüttel stieg auf. Den Aufstieg in die Oberliga schaffte der TuS Lingen erst 1992 unter Trainer Weusthof und dem sportlichen Leiter Menger.
(PM)
(Foto: TuS Lingen)
(11.05.26)