Lingen: Ein mehr als 160 Jahre alter Briefumschlag aus der Zeit Preußens wird künftig im Museum der Lingener Partnerstadt Bielawa ausgestellt. Zweiter Bürgermeister Stefan Wittler überreichte das historische Dokument während des offiziellen Besuchs einer Delegation aus Bielawa an Bürgermeister Andrzej Hordyj und dessen Frau Małgorzata.
Der Briefumschlag stammt aus dem Familienarchiv eines Lingener Bürgers, dessen Vorfahren bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im damaligen Langenbielau – dem heutigen Bielawa – lebten und später nach Lingen kamen. An diese Geschichte erinnert in Lingen bis heute die Langenbielauer Straße.
„Dieses historische Dokument zeigt, dass unsere Städte schon lange vor der offiziellen Städtepartnerschaft miteinander verbunden sind. Umso mehr freut es mich, dass der Briefumschlag künftig in Bielawa aufbewahrt und dort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird“, sagte Wittler bei der Übergabe.
Der Beleg ist auch aus philatelistischer Sicht bemerkenswert. Es handelt sich um einen preußischen Ganzsachenumschlag mit einem eingedruckten Wertzeichen über einen Silbergroschen und einer zusätzlichen Frankatur. Er wurde am 3. Februar im damaligen Langenbielau aufgegeben und an Ferdinand Dietzel nach Görlitz versandt. Auf der Rückseite befindet sich der Ankunftsstempel.
Ganzsachenumschlag und Briefmarke wurden zwischen 1861 und 1863 ausgegeben und stammen damit aus der Zeit des Königreichs Preußen – noch vor der Gründung des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Reiches. Damit dokumentiert der Briefumschlag ein Stück regionaler und postalischer Geschichte.
Bürgermeister Andrzej Hordyj bedankte sich für das besondere Geschenk und kündigte an, den Briefumschlag in die Sammlung des Museums von Bielawa aufzunehmen, das von der städtischen Bibliothek betreut wird.
Foto: Stadt Lingen
(PM)
(13.07.26)